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Wintersemester 2025/26: 2,88 Millionen Studierende – Fachhochschulen legen zu, Universitäten verlieren
Im Wintersemester 2025/2026 sind an den deutschen Hochschulen 2.876.900 Studierende eingeschrieben. Das sind nach ersten vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) 12.800 oder 0,4 Prozent mehr als im Wintersemester 2024/2025, wie die Behörde in ihrer Pressemitteilung vom 28. November 2025 berichtet. Hinter der stabilen Gesamtzahl verbirgt sich jedoch eine deutliche Verschiebung zwischen den Hochschularten: Während die Universitäten Studierende verlieren, gewinnen die Fachhochschulen spürbar hinzu.
An den Universitäten und gleichrangigen Hochschulen sind nach den Angaben von Destatis 1.668.200 Studierende eingeschrieben, 0,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Demgegenüber stieg die Zahl an den Fachhochschulen um 2,1 Prozent auf 1.112.900 Personen. Auch die Kunsthochschulen verzeichneten ein Plus von 2,1 Prozent auf 38.100 Studierende, während die Verwaltungsfachhochschulen mit 57.800 Personen einen Rückgang um 1,9 Prozent hinnehmen mussten.
Für Hochschulen und Studieninteressierte bedeutet die Entwicklung, dass sich das Gewicht innerhalb des Hochschulsystems weiter verschiebt: Praxisnähere Studiengänge und duale Angebote an den Fachhochschulen werden stärker nachgefragt, während klassische Universitätsstandorte teilweise rückläufige Einschreibungen verzeichnen.
Erstsemester: Vierter Anstieg in Folge – mit regionalen Sondereffekten
Die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger steigt weiter. Im Studienjahr 2025, das das Sommersemester 2025 und das Wintersemester 2025/2026 umfasst, nahmen nach den vorläufigen Ergebnissen 491.700 Personen erstmals ein Studium an einer deutschen Hochschule auf. Das waren 1.100 oder 0,3 Prozent mehr als im Studienjahr 2024 (490.300) und damit der vierte Anstieg in Folge. Das Statistische Bundesamt weist allerdings darauf hin, dass der Anstieg schwächer ausfiel als noch im Vorjahr, als die Erstsemesterzahl um 1,7 Prozent gestiegen war.
Die Entwicklung wurde nach Angaben der Behörde durch zwei regionale Sondereffekte beeinflusst. In Bayern haben nach der Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit im Schuljahr 2018/2019 im Sommer 2025 nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler das Abitur ablegen können. Die Folge: An den bayerischen Hochschulen gab es 10.700 Erstsemester weniger als 2024, ein Minus von 13 Prozent. Das gleichzeitige Plus von 4.700 Studienanfängerinnen und -anfängern in Sachsen – ein Zuwachs von 24 Prozent – hängt laut Destatis mit der Umwandlung der ehemaligen sächsischen Berufsakademie in eine duale Hochschule zusammen.
Wie sich der jüngste Anstieg der Erstsemesterzahlen auf deutsche und internationale Studierende verteilt, lässt sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf Basis der vorläufigen Zahlen nicht ermitteln. Angaben zur Staatsangehörigkeit und zur Art der Hochschulzugangsberechtigung liegen erst mit den endgültigen Ergebnissen der Studierendenstatistik im Sommer 2026 vor. In den vergangenen Jahren war der verstärkte Zuspruch internationaler Studierender ein wesentlicher Treiber der steigenden Anfängerzahlen, wie die Behörde in früheren Berichten festgestellt hatte.
MINT-Fächer mit Rückgängen: Informatik verliert 2,3 Prozent an Anfängern
Für vier ausgewählte technisch orientierte Studienbereiche liegen bereits Zahlen zu den Erststudierenden vor – und sie zeigen durchweg rückläufige Werte. Im Studienbereich Informatik begannen im Studienjahr 2025 46.100 Personen ein Studium, das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Studienbereich Maschinenbau/Verfahrenstechnik verzeichnete mit 23.000 Erststudierenden einen Rückgang von 3,3 Prozent. In der Elektrotechnik und Informationstechnik verringerte sich die Erstsemesterzahl um 0,3 Prozent auf 14.100 Personen, im Bauingenieurwesen um 0,6 Prozent auf 10.600 Personen.
Das Statistische Bundesamt betont, dass auch diese Werte durch die regionalen Sondereffekte in Bayern und Sachsen beeinflusst sind. Dennoch setzt sich in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern eine Entwicklung fort, die Hochschulen und Wirtschaft seit längerem beschäftigt: Die Zahl der Anfänger in technischen Fächern bleibt hinter dem Bedarf des Arbeitsmarktes zurück, wie Fachkräfteanalysen der Behörde auf ihrer Sonderseite zum Thema nahelegen.
Für Studieninteressierte bedeutet die Lage nach Einschätzung der Hochschulen gute Aussichten: In Fächern mit rückläufigen Anfängerzahlen stehen mehr Studienplätze zur Verfügung, und die Berufsperspektiven in den betroffenen Branchen bleiben nach Angaben der amtlichen Statistik günstig.
Finanzierung: BAföG-Höchstsatz angehoben, Förderquote weiter niedrig
Parallel zu den Einschreibezahlen bleibt die Frage, wie Studierende ihr Studium finanzieren. Nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) liegt der BAföG-Höchstsatz für Studierende seit dem Wintersemester 2024/2025 bei 992 Euro monatlich. Zum Schuljahresbeginn beziehungsweise Wintersemester 2024/2025 war der Grundbedarf nach den Angaben der zuständigen Stellen um 5 Prozent auf 475 Euro im Monat angehoben worden, der Wohnzuschuss für nicht mehr bei den Eltern wohnende Studierende auf 380 Euro.
Dennoch sinkt die Zahl der Geförderten weiter. Wie die Fachzeitschrift Forschung & Lehre unter Berufung auf die BAföG-Statistik berichtet, erhielten Studierende, die 2025 BAföG bezogen, im Schnitt 682 Euro monatlich – 25 Euro mehr als im Vorjahr. Die Gesamtzahl der Geförderten sei jedoch erneut gesunken. Für die Studierenden bedeutet das nach Einschätzung der Studierendenwerke, dass ein erheblicher Teil des Lebensunterhalts weiterhin über Erwerbstätigkeit neben dem Studium oder familiäre Unterstützung finanziert werden muss.
Die Sozialerhebung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hatte zuletzt gezeigt, dass ein großer Teil der Studierenden in Deutschland während des Studiums erwerbstätig ist, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Die Studie gilt als zentrale Datengrundlage zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden in Deutschland.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis): Pressemitteilung Nr. 426 vom 28. November 2025 – Wintersemester 2025/2026: 0,4 % mehr Studierende als im Vorjahr
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Informationen zum BAföG
- Forschung & Lehre: Zahl der BAföG-Geförderten erneut gesunken
- Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW): EUROSTUDENT – Studie zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Studierenden



