Duale Ausbildung 2025: Weniger Neuverträge – Fachinformatiker fällt bei Männern auf Platz vier zurück

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Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in der dualen Berufsausbildung ist im Jahr 2025 erneut gesunken. Nach endgültigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamts begannen 461.900 Menschen eine duale Berufsausbildung – 2,8 Prozent oder 13.100 Neuverträge weniger als im Vorjahr. Bereits 2024 war die Zahl um 1,0 Prozent zurückgegangen, nachdem die Jahre 2021 bis 2023 noch leichte Zuwächse verzeichnet hatten. Zum 31. Dezember 2025 befanden sich deutschlandweit 1.211.800 Personen in einer dualen Berufsausbildung, 0,5 Prozent beziehungsweise 6.100 Personen weniger als ein Jahr zuvor.

Deutlich fällt der Rückgang bei deutschen Auszubildenden aus: Ihre Zahl sank um 6 Prozent oder 25.600 Personen. Demgegenüber stieg die Zahl der Auszubildenden ohne deutsche Staatsangehörigkeit um 18 Prozent oder 12.400 auf 82.400. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, hat sich die Zahl der Neuverträge von Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in zehn Jahren mehr als verdoppelt – 2015 waren es knapp 38.800.

Deutsche und ausländische Auszubildende entwickeln sich gegenläufig

Die stärksten Zuwächse verzeichneten 2025 Personen mit vietnamesischer Staatsangehörigkeit (plus 36 Prozent auf 9.600), gefolgt von Personen mit ukrainischer (plus 64 Prozent auf 9.500), türkischer (plus 48 Prozent) und afghanischer Staatsangehörigkeit (plus 47 Prozent). Anteilig an allen ausländischen Auszubildenden mit Neuvertrag entfielen die Bereiche öffentlicher Dienst, Landwirtschaft und Hauswirtschaft nur auf 1,5 Prozent beziehungsweise 1.200 Personen. Einen deutlich größeren Anteil fanden ausländische Auszubildende in den freien Berufen mit 17 Prozent oder 14.300 Personen; bei den deutschen Auszubildenden liegt der entsprechende Anteil bei 8 Prozent.

Die Statistik erfasst Ausbildungsberufe nach dem Berufsbildungsgesetz und der Handwerksordnung. Berufsausbildungen an Berufsfachschulen und Schulen des Gesundheitswesens sowie die Ausbildungen zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann sind nicht eingeschlossen, da sie nicht zu den dualen Berufsausbildungen nach BBiG oder HwO zählen. Aussagen zur Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze oder unbesetzter Stellen lassen sich aus der Erhebung nicht ableiten.

Rangfolge der Ausbildungsberufe: Kfz-Mechatroniker weiter vorn

Bei den männlichen Auszubildenden lag die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker 2025 mit 8 Prozent der Neuverträge (22.300 Personen) erneut auf Platz eins. Auf Rang zwei stieg die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 13.900 Neuverträgen beziehungsweise 5 Prozent auf, dicht gefolgt vom Elektroniker mit 13.800 Neuverträgen. Auffällig ist der Rückgang des Fachinformatikers: Nach Platz zwei im Vorjahr liegt der Beruf 2025 nur noch auf Rang vier – mit 2.300 Neuverträgen weniger als 2024.

Bei den Frauen blieb die Reihenfolge der drei häufigsten Ausbildungsberufe unverändert: An erster Stelle steht die Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten (10 Prozent oder 16.100 Personen), gefolgt von der Kauffrau für Büromanagement (9 Prozent oder 14.900) und der zahnmedizinischen Fachangestellten (8 Prozent oder 13.400). Der bei Frauen beliebteste Ausbildungsberuf findet sich bei Männern nicht unter den 50 häufigsten Berufen. Umgekehrt liegt der Kraftfahrzeugmechatroniker bei den weiblichen Auszubildenden auf Platz 27; etwa 1.500 Frauen begannen 2025 eine Ausbildung in diesem Beruf.

Die Gesamtzahl der Auszubildenden verteilte sich zum Jahresende 2025 weiterhin ungleich auf die Ausbildungsbereiche: Industrie und Handel umfassten mit 676.600 Personen 56 Prozent aller Auszubildenden, das Handwerk 345.700 (29 Prozent), die freien Berufe 112.900 (9 Prozent). Der öffentliche Dienst kam auf 42.100 (3 Prozent), die Landwirtschaft auf 31.400 (2,6 Prozent) und die Hauswirtschaft auf rund 3.200 Auszubildende (0,3 Prozent).

Unbesetzte Stellen und unversorgte Bewerber parallel

Während die Zahl der Neuverträge sinkt, meldet die Bundesagentur für Arbeit für das Berichtsjahr 2025/2026 weiterhin ein hohes Niveau unbesetzter Ausbildungsstellen. Gleichzeitig blieb ein Teil der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsplatz. Aus der Statistik der Bundesagentur geht hervor, dass auf 100 unbesetzte Stellen regional und beruflich sehr unterschiedlich viele unversorgte Bewerber kamen – die Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt bestehen damit fort. Im Berichtsjahr 2024/2025 waren von den gemeldeten Bewerbern zeitweise mehr als 45 Prozent als unversorgt registriert.

Die Bundesagentur weist in ihrem Bericht zum Ausbildungsmarkt darauf hin, dass die Entwicklung je nach Region und Berufsgruppe stark variiert. Während in einigen Berufen deutlich mehr Stellen als Bewerber gemeldet wurden, gab es in anderen Bereichen weiterhin mehr Interessenten als Angebote. Die Statistik der Bundesagentur wird im laufenden Berichtsjahr monatlich fortgeschrieben.

Einordnung der Entwicklung. Der Rückgang der Neuverträge setzt eine Entwicklung fort, die bereits 2024 begonnen hatte. Das Statistische Bundesamt führt methodisch aus, dass die Daten auf der amtlichen Erhebung nach Paragraf 88 Berufsbildungsgesetz beruhen. Für Nordrhein-Westfalen wurden bei den vorläufigen Ergebnissen teilweise Vorjahresdaten für die Ausbildungsbereiche freie Berufe und öffentlicher Dienst verwendet; die endgültigen Ergebnisse liegen seit Anfang August 2026 vor.

Für Betriebe und Berufsorientierungsangebote bleibt die gegenläufige Entwicklung bei deutschen und ausländischen Auszubildenden ein zentraler Befund des Berichtsjahres 2025. Hinzu kommt die Verschiebung in der Rangfolge der Ausbildungsberufe, insbesondere der Rückgang des Fachinformatikers bei den männlichen Neuverträgen, während Handwerksberufe wie der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zulegten.

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Thomas Richter
Thomas Richter

Kommunikationsberater und Rhetoriktrainer. Vermittelt praxisnahe Tipps für klare und überzeugende Gespräche.